Die Bedrohung durch den Klimawandel

Eine ungewisse Zukunft für die Kinder in Zentral-Tansania

Der Verein „Straßenkinder Tansania e.V.“ möchte mit seinem Engagement für elternlose Kinder und Waisen nicht nur erreichen, dass die Kinder ein Dach über dem Kopf haben und zu essen bekommen. Genauso wichtig ist dem Verein, dass die Kinder eine Schulausbildung und anschließend eine Berufsausbildung erhalten, damit sie später ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Die Region Singida, in der der Verein drei Einrichtungen unterstützt, vor allem das Heim für ehemalige Straßenkinder von Kititimo, liegt in Zentral-Tansania. Dieser Teil des Landes ist eine Halbwüste mit zwei kurzen, aber absolut notwendigen Regenzeiten. Bliebe der Regen aus, wäre die Versorgung der Bevölkerung gefährdet. Für die Kinder, die der Verein unterstützt, hieße dies, dass das Ziel eines selbstbestimmten Lebens in ihrer engeren Heimat nicht mehr erreicht werden könnte. So wie auch in vielen anderen klimatisch prekären Gegenden der Welt würden sie sich woanders eine sichere Bleibe suchen müssen. Auch die Heime sind auf die Versorgung mit selbst erzeugten Feldfrüchten und Gemüse dringend angewiesen. Ob die Heime ohne diese Selbstversorgung fortgeführt werden können, ist durchaus fraglich, zumal bei Dürren die Lebensmittelpreise drastisch steigen würden.

Die Folgen des Klimawandels dürften für Deutschland beherrschbar sein. Zyniker freuen sich sogar auf wärmere Sommer. Für Menschen, die in Gebieten leben, in denen bei einem weiteren Temperaturanstieg Landwirtschaft praktisch unmöglich wäre, hat der Temperaturanstieg hingegen katastrophale Folgen. Die Kinder, die unser Verein unterstützt, wären dann dank dieser Unterstützung zwar einer Bedrohung entkommen, nur um dann einer neuen Bedrohung ausgesetzt zu sein.

Als Folge eines Klimawandels durch einen Anstieg der Durchschnittstemperaturen werden starke Migrationsbewegungen vorausgesagt.

Diejenigen, die die Arbeit unseres Vereins unterstützen, appellieren daher an die Politiker der Welt, alles zu unternehmen, um die Bedrohungen durch den Klimawandel abzuwenden.

Kein Zweifel: Entwicklungshilfe ist notwendig

Sie muss aber bei den Menschen ankommen

Der Brite Angus Deaton erhielt den Nobelpreis für Wirtschaft 2015 für seine bahnbrechenden Arbeiten zu Ungleichheit, Armut, Konsum und Sozialpolitik. In seinen Veröffentlichungen kritisiert Deaton unter anderem die Entwicklungshilfe von Staaten an Staaten, weil sie die Regierung des Empfängerlandes unabhängig von den Wünschen der eigenen Bürger macht.

Deaton ist bei weitem nicht der einzige, der sich am Streit um das Für und Wider der staatlichen Entwicklungshilfe beteiligt. Für alle Positionen gibt es Befürworter und Gegner. Alle stimmen aber darin überein, dass Entwicklungshilfe die Situation der Menschen in den Empfängerländern verbessern muss.

Der Verein „Straßenkinder Tansania e.V.“ möchte sein Engagement nicht nur als humanitäre Hilfe sondern auch als Entwicklungshilfe verstanden wissen. Die Sicherung der Grundbedürfnisse von ehemaligen Straßenkindern wie Nahrung, ein Dach über dem Kopf und medizinische Versorgung ist natürlich humanitäre Hilfe.

Die Finanzierung der Schulausbildung dieser Kinder und der Berufsausbildung nach dem Ende der Schulzeit aber ist Entwicklungshilfe, die direkt den Menschen zugutekommt und nicht über oft intransparente und ineffektive staatliche Verteilungsstellen laufen muss. Dasselbe gilt für die Investitionen in Anlagen zum Sammeln von Regenwasser, die der Verein zusammen mit der Niedersächsischen Bingostiftung für Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit hat bauen lassen, und die Finanzierung von Saatgut durch den Verein.

Die Nutzung des Wassers, das in den beiden kurzen Regenzeiten von Zentral-Tansania aufgefangen wird, in Trockenperioden ist auch ein Beitrag zur Schonung von Ressourcen, stärkt das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und ist damit Entwicklungshilfe, die direkt bei den Menschen ankommt. „Deshalb hat der Verein diesen Teil seiner Arbeit kürzlich auch in der vom Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen e.V. organisierten Ausstellung „Vor Ort für globale Gerechtigkeit“ vorgestellt“ erläutert Heidulf Masztalerz, der Vorsitzende des Vereins.

Die Kinder des Heims für ehemalige Straßenkinder in Kititimo (Tansania) bauen mit dem Saatgut, das der Verein mit Spenden finanziert, auf den umliegenden Flächen Mais, Hirse und Gemüse an. Diese Hilfe zur Selbsthilfe vermittelt wichtige Erfahrungen; denn in Tansania leben rund 80 Prozent der Bevölkerung von der Landwirtschaft.

Der Verein wird auch in Zukunft beide Ziele verfolgen, humanitäre Hilfe und direkte Entwicklungshilfe.

Hunger – Immer noch ein drängendes Problem

Laut einem Bericht des UN WFP, dem Programm der UN zur weltweiten Bekämpfung des Hungers leiden derzeit rund 870 Millionen Menschen auf der Erde unter Hunger. Das bedeutet, dass jeder achte Mensch nicht genügend zu Essen hat, um ein gesundes und aktives Leben zu führen. An den Folgen von Hunger und Unterernährung sterben jedes Jahr mehr Menschen  als an HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen. Die Zahl der Hungernden ist in den letzten Jahren zwar zurückgegangen, aber nicht so stark, wie sich die UN zum Ziel gesetzt hatte.

Flüchtlinge sind zwar besonders vom Hunger betroffen, aber auch die Bevölkerung in klimatisch und wirtschaftlich benachteiligten Regionen leidet.

Laut UNICEF-Bericht „Die Lage der Kinder dieser Welt“ von 2013 sind in Afrika südlich der Sahara 21% der Kinder unter 5 Jahren mäßig oder schwer untergewichtig. In Tansania ist die Situation mit 16% etwas besser, aber die Zahlen belegen, dass

Hunger verbreitet ist, auch in Tansania.

Die Lage hat sich leider weiter zugespitzt, da Nachbarländer von Tansania, vor allem Kenia und Somalia von Dürren heimgesucht wurden. Gestiegene Preise haben dazu geführt, dass ohnehin knappe Lebensmittel  exportiert wurden. Auf dem Lande versuchen die Menschen, sich selbst zu versorgen. Die wachsende Stadtbevölkerung hingegen muss mit den gestiegenen Lebensmittelpreisen irgendwie zurechtkommen. Da die Einkommen nicht im gleichen Maße wie die Lebensmittelpreise steigen, müssen die Rationen gekürzt werden. Eine Mahlzeit am Tag, mehr ist in den meisten Familien nicht machbar. Diese Mahlzeiten sind eintönig, oft sogar zu einseitig. Fleisch können sich die meisten Menschen nur selten leisten.

Besonders hart ist es in der Region Singida im semi-ariden Zentraltansania: abflusslose Ebenen mit versalzten Böden, der rote, schwermetallhaltige und nährstoffarme Lateritboden und ausreichend Wasser nur während der kurzen Regenzeiten lassen hohe Erträge nicht zu. Oft wird der Segen der Regenzeit sogar zum Fluch, wenn nämlich Wolkenbrüche die Feldfrüchte wegschwemmen oder starke Erosionsschäden verursachen.

Unser Verein Straßenkinder Tansania unterstützt mehrere Projekte und Einrichtungen in der Stadt und der Region Singida. Diese Projekte und Einrichtungen kümmern sich um Kinder in prekären Verhältnissen. Hierzu zählen Waisen und Halbwaisen, aber auch Kinder, die von ihren  Eltern aus schierer wirtschaftlicher Not auf die Straße geschickt wurden.

Im Heim für Straßenkinder in Kititimo in der Stadt Singida legen wir Wert darauf, dass zusätzlich zu den von uns finanzierten Grundnahrungsmitteln wie Mais, Hirse und Bohnen auf den Feldern rund um das Heim Landwirtschaft betrieben wird. Das Saatgut wird von unserem Verein finanziert. Wir verstehen dies als Hilfe zur Selbsthilfe.

Schulausbildung darf kein Luxus sein

Ehemaligen Straßenkindern wird die Schulausbildung finanziert

Die Kirchgellerser St. Laurentius-Kirche war gut gefüllt, als am Sonnabend, den 11. Juli gleich zwei Gospelchöre für einen guten Zweck gesungen haben. Der Gospelchor St. Laurentius mit seiner Leiterin Christa Strüber trat vor heimischer Kulisse auf. Zusätzlich eingeladen hatte der Kirchgellerser Chor „The Good News Singers“ aus Hamburg, ein Chor, der von Hanno Petersen geleitet wird. Die Hamburger Chormitglieder waren mit dem Zug nach Lüneburg gekommen und mit dem Rad nach Kirchgellersen weitergefahren, wo die beiden Chöre den Tag miteinander verbracht hatten. Den Abschluss des Ausflugs bildete das gemeinsame Benefizkonzert.

Die Idee, den Auftritt als Benefizveranstaltung zugunsten des Vereins „Straßenkinder Tansania e.V.“ durchzuführen, hatte Frau Strüber. Der Vorsitzende des Vereins, Heidulf Masztalerz aus Südergellersen hatte das Angebot ohne Zögern angenommen. „Ein solches Konzert ist ein würdiger Rahmen für das zehnjährige Jubiläum unserer Hilfe für die ehemaligen Straßenkinder von Kititimo“, sagte er.

Den Zuhörern wurde ein außerordentlich abwechslungsreiches Programm geboten, das von Klassikern wie „Kiss the Girl“ aus dem Film „Die kleine Meerjungfrau“ oder „The Girl from Ipanema“ über „Halleluja“ von Leonard Cohen bis zu sehr bewegenden Liedern in Kisuaheli oder einer Indianersprache reichte. Den stürmischen Applaus hatten sich die beiden Chöre mehr als verdient.

Vor dem Auftritt der Chöre hatte der Verein in einer Präsentation seine Arbeit in Tansania vorgestellt, aber auch Schnappschüsse gezeigt, die die ehemaligen Straßenkinder von sich selbst und ihrer Umgebung gemacht hatten. Heidulf Masztalerz wies in seiner kurzen Rede am Ende des Konzerts nicht ohne Stolz darauf hin, dass alle ehemaligen Straßenkinder die Schule besuchen oder besucht haben und dass die Schulabgänger eine Berufsausbildung erhalten. Diese Arbeit sei ohne großzügige Spenden nicht möglich. Er dankte daher den Chören von Herzen, dass sie sich zu dem Benefizkonzert bereitgefunden hatten.

Jede Spende kommt ohne Abzug von sogenannten Verwaltungskosten den elternlosen Straßenkindern zu Gute.

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